Hospizdienst Weinsberger Tal e.V. - Abschiedsspuren Vernissage
 

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Eindrückliche Abschiedsspuren in Bildern und Fotografien

Sie thematisieren Schmerz, Abschied, Hoffnung und Erlösung in ihren Bildern. Die Ausstellung „Abschiedsspuren“ in Obersulm zeigt, wie Menschen aus dem Münchener Sankt Christopherus Hospiz in Bildern und Fotografien Abschied vom Leben genommen haben.

Der Hospizdienst Weinsberger Tal und die Gemeinde Obersulm eröffneten jetzt im Obersulmer Rathaus die beeindruckende Ausstellung mit 40 Exponaten. „Gegenüber dem Tod steht der Mensch zwischen der Scylla, der Resignation, und der Charybdis, der Rebellion. In der Kreativität finden wir vielleicht einen Weg, der uns bisweilen aus dieser Situation herausführt“, zitierte Pfarrerin Elfriede Schick bei der Ausstellungseröffnung einen Kunsttherapeuten, der Menschen in ihrer letzten Lebensphase begleitet und zum Malen ermutigt hat.

In ihren Bildern hätten die Menschen ihre innersten Gefühle in Formen und Farben gebracht, Gefühle, die oft nicht in Worte zu fassen seien, sagte Elfriede Schick. Sie lobte Obersulms Bürgermeister Harry Murso für den Mut, diese Ausstellung im Obersulmer Rathaus zu zeigen. Auf der Suche nach geeigneten Räumlichkeiten sei man mehrfach auch abgewiesen worden.

„Sterben und Tod sind so etwas wie die letzten Tabus unserer Zeit“, sagte Obersulms Bürgermeister. Diese Themen hätten meist keinen Platz im Alltag und würden an den Rand gedrängt, wo sie kaum wahrnehmbar seien. „Mit dieser Ausstellung zwingen wir uns, zwingen wir die Besucher des Rathauses zur Konfrontation, zur Auseinandersetzung mit dem Thema“, will Murso dazu beitragen, Ängste und Unsicherheiten abzubauen. Die Bilder würden neben vielen Fragen an den Betrachter auch Lichtblicke bieten.

Johannes Bahr vom Theater Heilbronn führte in beeindruckender Weise mit einer Lesung zum Thema Tod, Vergänglichkeit und Hoffnung hin. Dazu hatte er viele Gedichte, Texte, Gebete und Briefe von Kalil Gibran, Annette von Droste-Hülshoff, Hermann Hesse und vielen anderen Autoren zusammengestellt. Das Streichquartett der Musikschule Obersulm unter der Leitung von Ioan Lungu bereicherte die Vernissage mit drei Musikstücken von Joseph Haydn, Maurice Jarre und Georg Friedrich Händel.

„Ich finde es gut, wenn jemand seine Gefühle so in Bildern ausdrücken kann“, ist Marlene Ritter beeindruckt. „Die Botschaften der Bilder haben etwas Tröstliches“ glaubt Ernst Pelzl. Und Rita Gold aus Weinsberg sieht in den Bildern eine „Lebenshilfe für die letzten Tage“. Mit persönlichen Beziehungen hat Jutta Kiesel aus Ingelfingen, die im Hospiz arbeitet, die Ausstellung ins Weinsberger Tal geholt.

Die Ausstellung ist bis zum 19. Oktober während der Dienstzeiten des Rathauses in Obersulm zu sehen.

von Gustav Döttling in der Heilbronner Stimme vom 18.09.2006

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