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Fürsorge und Begleitung bis zum letzten Atemzug Wertvoller Dienst an
Schwerstkranken in Weinsberg:
Vier Jahre zuvor karrten andere Ehrenamtliche Kies und Erde heran und legten in vielen Arbeitsstunden den Garten an. Die Wege können mit dem Rollstuhl befahren werden, das Hochbeet in Brusthöhe lädt ein, Kräuter und Blüten zu berühren. Während des Umbaus des ursprünglichen Wohnhauses in ein Hospiz-Haus spendeten Baufirmen Material, Architekt und Stadtbaumeister ihre planerische Zeit, viele Helfer setzten ihre tatkräftigen Hände ein. 500 Arbeitsstunden kamen bis zur Eröffnung des stationären Hospiz im Jahr 2003 zusammen. Es ist die einzige Einrichtung dieser Art in der Region Heilbronn-Franken. Eine persönliche Atmosphäre mit einer liebevollen Begleitung und individuellen Palliativmedizin wollten die Initiatoren schaffen. „Nicht dem Leben mehr Tage, sondern dem Tag mehr Leben geben“. Mit diesem Leitmotiv gründete sich 1997 ein Verein von Idealisten mit dem Namen Freundeskreis stationäres Hospiz. Ärzte, Fachkräfte aus dem Finanz- und Verwaltungsbereich, Seelsorger, Pflegekräfte und Menschen, die von dieser Idee überzeugt waren. Sie haben gekämpft, Gelder gesammelt, ein Haus gekauft und mit Krankenkassen Verträge abgeschlossen. Jetzt kann das Franken-Hospiz in Weinsberg seinen fünfjährigen Geburtstag feiern. Rund um die Uhr sind ärztliches und pflegendes Fachpersonal zur Betreuung der Patienten da, und das in einem Verhältnis von 1 : 1. Vor allem Krebskranke, aber auch Menschen mit Aids oder schweren neurologischen Erkrankungen, die nicht mehr therapierbar sind, sollen hier die letzten Wochen ihres Lebens in „menschlicher Wärme“ verbringen dürfen unter Anwendung der Palliativmedizin. Die lindernde Medizin bei nicht mehr heilbaren Krankheiten lässt Menschen in Ruhe Abschied nehmen. Für Angehörige stehen Übernachtungsräume zur Verfügung. „Das Denken an den Tod heißt das Geheimnis des Lebens wahrzunehmen“, sagte der Pater und Autor Anselm Grün bei einem Vortrag in Weinsberg. Das Leben selbst sei ein ständiges Loslassen, von Geburt an, das in den Tod als Gipfel des Loslassens münde. Damit das Loslassen gelingen kann begleiten ausgebildete Menschen des Vereins „Hospizdienst Weinsberger Tal“ ehrenamtlich die Patienten bis zum letzten Atemzug. „Zeit mitbringen, ganz mit dem eigenen Ich präsent und aufmerksam sein, das Machen vergessen“, so beschreibt Martin R. seine Begleitung Sterbender. Unzählige Stunden saß er schon bei Schwerstkranken, hielt Hände, legte die Lieblingsmusik auf, schwieg im gemeinsamen Atemrhythmus, zündete eine Kerze an. Er weiß, liebevolle Gedanken übertragen sich auf den sich Verabschiedenden. Es dürfe auch gelacht werden, meint er. „Lachen vermittelt so viel Kraft, lässt Schmerzen vergessen“. Da fügt sich das fachliche Wissen des betreuenden Arztes im Hospiz-Haus Sigmund Jakob über die praktizierende Schmerztherapie (Palliativmedizin) an. „Wir möchten, dass die Menschen in Ruhe Abschied nehmen können“, sagt er und ergänzt. „Wir gehen offen und authentisch mit der Situation um“. Der Pfleger von Giuseppe S. hält auf der Bettdecke die schmalen Hände. Er lässt ihn von seiner Heimat Italien erzählen, von früher. Er wird sie nicht mehr wieder sehen, aber den Duft des Lavendels, des Thymians und der Rosen im Garten des Franken-Hospiz nimmt der Schwerstkranke auf, solange er kann. Margit Stöhr-Michalsky
Link zur Homepage des stationären Franken-Hospiz Weinsberg >> > hier |
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