Wertvolle
Hilfe auf dem Weg zur Ruhe
„Manchmal erfüllen wir einen letzten
Wunsch. Oft sind wir aber auch einfach nur da”, so beschreibt Margot
Vohrer ihr ehrenamtliches Engagement als Hospizbegleiterin. Seit
sechs Jahren besucht die Erlenbacherin Schwerkranke und Sterbende,
hört ihnen zu, gibt ihnen Nähe und steht den Angehörigen mit Rat und
Tat zur Seite.
Dabei war es gerade ihre eigene
Unsicherheit im Umgang mit der Grenzerfahrung Sterben, die Margot
Vohrer zum Hospizdienst gebracht hat: „Wir hatten einen Fall in der
Familie, da hatte ich den Wunsch, aber auch gleichzeitig Angst,
einem Menschen beim Sterben beizustehen.”
Heute
ist Margot Vohrer nicht mehr unsicher. Aber die Arbeit führt sie
dennoch immer wieder an die eigenen Grenzen heran: „Ich bin ein
Schaffer und Macher”, sagt sie über sich. Im Hospizdienst habe sie
gelernt, "sich damit abzufinden, dass man manchmal einfach nur
dasitzen kann und aushalten muss, dass ein Mensch geht".
„Es macht auch Freude, sonst würde es
keiner tun”, beschreibt Horst Gold, Vorsitzender des Hospizdienstes,
die Arbeit als ein Geben und Nehmen von Zuneigung und Achtung. Dabei
sind es nicht nur vereinsamte Menschen, die die Zuwendungen der
Hospizbegleiterinnen in Anspruch nehmen. Gold sagt: „Irgendwann sind
die pflegenden Angehörigen mit ihren Kräften am Ende. Dann ist es
gut zu wissen, dass jemand da ist, der kommt und sich kümmert.”
Bei
Bewältigung von Trauer steht das Hospiz zur Seite
Auch in punkto Trauerbewältigung
stehen die Hospizbegleiterinnen den Angehörigen in einer
Überforderungssituation zur Seite. „Wenn man vermitteln kann”,
berichtet Margot Vohrer von einem Fall, "dass ein Sohn seine
sterbende Mama in den Arm nimmt und mit ihr weint - dann hat man
etwas Großes in Bewegung gebracht."
Im vergangenen Jahr sind so über 800
Einsatzstunden für die 25 ehrenamtlichen Helfer - fast ausnahmslos
Frauen - zusammengekommen, übrigens, ohne zusätzliche Kosten für die
Betroffenen zu verursachen. Denn finanziert wird der 1994 gegründete
Verein über die Beiträge seiner 105 Mitglieder und durch Spenden.
Derzeit bereiten sich weitere 17
Frauen und drei Männer unter Leitung der ehemaligen Pfarrerin
Elfriede Schick aus Wüstenrot-Neulautern auf ihr künftiges
Engagement als Hospizbegleiter vor. Sie lernen, den Menschen die
Angst vor den Schmerzen und der Einsamkeit zu nehmen, „damit diese
die letzte Zeit ihres Lebens selbstbestimmt und erfüllt in
vertrauter Umgebung verbringen können”. (st)
Hospizdienst Weinsberger
Tal: Telefon 07134/ 900147 oder 0172/ 9539709, Internet
www.hospiz-weinsberg.de.
Spendenkonto: Kreissparkasse Heilbronn, Konto 013 790 462,
BLZ 620 500 00
zurück zur Startseite "Berichte" >> > hier