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Psychische Traumata -
seelische Verletzungen - sind häufig, können
aber heilen
60 Zuhörer beim
Vortrag des Fachpädagogen André Ettl
Bericht in der Heilbronner
Stimme am 14.05.2011
„Eine
außergewöhnliche Reaktion auf ein traumatisches
Ereignis ist normal", meinte André Ettl. Er
machte in seinem Vortrag „Umgang mit seelischem
Trauma" deutlich, dass Betroffene dennoch ein
zufriedenes Leben führen könnten. Eingeladen
hatte der Verein Hospizdienst Weinsberger Tal,
60 Zuhörer waren ins katholische Gemeindehaus
gekommen, Hospizbegleiter, Mitarbeiter in
sozialen und pflegerischen Diensten,
psychologische Fachkräfte, Pfarrer, Mitarbeiter
mit sozialpädagogischem Hintergrund und
Pflegeeltern.
Vorsitzender Horst Gold weiß,
dass bei Sterbenden oftmals extreme seelische
Belastungen wieder an die Oberfläche kommen. „In
der Hospizarbeit tauchen in Gesprächen immer
wieder verletzende Erlebnisse auf, die kein
Mensch so ohne weiteres weg steckt", sagte er.
André Ettl ist Religionspädagoge
und Sozialpädagoge. Weitere Ausbildungen führten
ihn zum systemischen Supervisor und zum
Fachpädagogen für Psychotraumatologie. In dieser
Funktion betreute er Menschen nach dem Amoklauf
in Winnenden. „Ein Trauma ist eine Wunde. Sie
wird immer da sein, kann aber heilen", sagte er.
Es handle sich um eine dauerhafte Erschütterung
des Selbst- und Weltverständnisses. Reaktionen
wie Panik, Schmerz, Todesangst, Scham,
Handlungslosigkeit seien normal.
Ettl
erläuterte
die Phasen Trauma, Schock, Reaktion, Prozess,
Risiko- und Schutzfaktoren. Um zu verstehen und
damit umgehen zu können, seien die Symptome des
Betroffenen hilfreich. Plötzlich auftretende
Bilder im Alltag und Alpträume, Ruhelosigkeit,
Schlafstörungen und
überhöhte Wachsamkeit äußerten sich in nicht
zuzuordnenden Schmerzen und depressiven
Stimmungen. Das eigentliche Traumatische sei das
Ausgeliefertsein der extremen Situation,
berichtete er.
Eine Sicherheit für
den Betroffenen herzustellen, Kontakt zu halten,
seien eine große Hilfe. Ebenso zu ermuntern
normale Dinge zu tun, Tagesrituale zu finden,
Entscheidungshilfen geben, gehörten dazu. „Die
Verarbeitung braucht Zeit, drängen Sie nicht",
riet Ettl. In einem Heilungsprozess könne das
Erlebte irgendwann in das Leben integriert
werden. Ein Erinnern sei möglich, ohne von
diesem überflutet zu werden. Die Rückkehr in den
Alltag gelinge, und Perspektiven würden
entwickelt.
André Ettl empfiehlt eine Broschüre des
Instituts "TraumaTransformConsult":
Trauma - Was tun?
Informationen für akut
betroffene Menschen und deren
Angehörige
25-seitige Broschüre
für Betroffene zum Thema
Traumatisierung
Text von: Dipl.-Psych. Monika
Dreiner und Dipl.-Psych. Thomas
Weber
Bei unserer Arbeit erreichen uns
immer wieder Anfragen nach
kurzen schriftlichen
Informationen, wie man sich nach
traumatischen Erfahrungen
verhalten kann. Gerade nach dem
Erscheinen unserer
"Kinderbroschüre" wurde eine
Information auch für Erwachsene
regelmäßig nachgefragt. Diesem
Bedürfnis soll nun dieser
Ratgeber gerecht werden.
Die Broschüre
ist als Hilfe
zur Bewältigung
des Alltags
gedacht, um sich
in der neuen,
plötzlich
eingetretenen
Situation besser
zurecht zu
finden. Auch
soll sie helfen,
mehr Verständnis
für sich und
sein Gegenüber
aufzubringen.
Der Text ist
daher in
allgemein
verständlicher
Sprache verfasst
und klar
gegliedert.
Info zur
Broschüre:
http://www.trauma-info.de/info-broschueren-trauma.php
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