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Trösten - aber
wie?
Pallotinerpater Klaus Schäfer spricht
in Affaltrach
„In Zeiten
persönlicher Not ist jedes kleine Zeichen wichtig. Trösten ist Glück
in der dunklen Nacht seelischen Schmerzes."
Mit diesen Worten begrüßt der Vorsitzende
des „Hospizdienstes Weinsberger Tal", Horst Gold, die Besucher im
voll besetzten Gemeindezentrum der katholischen Kirchengemeinde St.
Johann Baptist in Affaltrach.
Der
Pallotinerpater Klaus Schäfer referiert über das schwierige und
zugleich komplexe Thema: „Trösten - aber wie". Ein besonderer
Schwerpunkt des Krankenhausseelsorgers Schäfer vom
Vincentius-Krankenhaus in Karlsruhe sind Frauen und Ehepaare, die
während einer Schwangerschaft ein Kind verloren haben. Für den Pater
beginnt Trösten damit, dass man mit dem zu Tröstenden eine Beziehung
aufbaut. „Was soll z. B. ein Frauenarzt seiner Patientin sagen, wenn
er in ihrem Mutterpass sieht, dass die Frau bereits etliche
Fehlgeburten hatte?"
Trösten müsse nicht immer ein Schwall
von Worten sein, manchmal reiche ein Händedruck oder allein das
Zuhören aus. Der Tröstende soll vor allen Dingen Anteilnahme zeigen.
Manchmal wisse man nicht, was man überhaupt sagen soll. „Schweigen
Sie nicht einfach. Sagen Sie, dass Ihnen die Worte fehlen. Lassen
Sie den Anderen spüren, dass Ihnen sein Schicksal nahe geht."
Schäfer führt die typisch falschen
Standardsätze an wie: „Das wird schon wieder". Der Referent warnt
vor der falschen Anwendung von Bibelsprüchen. Worte, die zwar gut
gemeint sind, die aber ins Leere laufen: „Wer weiß, wofür es gut
war?" Eine dringende Empfehlung: „Lassen Sie die Finger davon, den
Sinn von Leid zu erkennen!"
Die Fragen der Zuhörer nach dem
Referat belegen das große Interesse an diesem Thema: „Gibt es
bestimmte Rituale", „Wie trauern Kinder?" Klaus Schäfer hat sich in
verschiedenen Büchern zu diesem Thema geäußert. Die Buchhandlung
Back in Weinsberg und Willsbach hat diese Bücher in ihrem Angebot.
Weitere Infos:
www.kindergrab.de, www.1trost.de,
www.verwaiste-eltern-heilbronn.de,
www.hospiz-weinsberg.de,
www.diakonie-weinsberg.de
Sulmtaler Woche vom 12. Mai 2010, Harald Löw |