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Heilbronner Stimme, 12.03.2009
Die
letzten Stunden leben
Von
Margit Stöhr-Michalsky
Was
braucht der Mensch am Ende seines Lebens? Eine friedvolle Atmosphäre
ist wichtig, auch das Sprechen, Zuhören und Mitleiden.
Obersulm - Über das Sterben nachzudenken und zu reden, fällt nicht
leicht. Zum Vortrag „Was braucht ein Mensch am Ende seines Lebens?“,
zu dem der Hospizdienst Weinsberger Tal in das evangelische
Gemeindehaus in Obersulm-Willsbach eingeladen hatte, kamen dennoch
50 Interessierte.
Unterstützung Mit dabei waren ehrenamtliche Hospizhelfer, die
schwerstkranke und sterbende Menschen und deren Angehörige
kostenfrei zu Hause, im Heim und im Stationären Franken-Hospiz
begleiten. Seit 15 Jahren bietet der Hospizdienst Weinsberger Tal
den Dienst an. Infos, Aufklärung und Unterstützung durch Vorträge
ergänzen die Arbeit des Vereins um den Vorsitzenden Horst Gold.
70
Mitarbeiter hat Elfriede Schick in den letzten zehn Jahren
ausgebildet, die für Menschen bis zum letzten Atemzug da sind. Die
ehemalige Pfarrerin und Krankenhausseelsorgerin stand an vielen
Sterbebetten. Ihre Erfahrungen waren Impulse, um Unsicherheit und
Ängste abzulegen, um „die letzten Stunden miteinander zu leben“. Es
könne nicht auf alles eine Antwort geben, sagte sie. Jeder Mensch
sterbe seinen eigenen Tod, und jeder Zurückbleibende gestalte seinen
eigenen Abschied.
„Sterben ist ein geheimnisvoller Prozess, der von Ängsten und
Auflehnung über den Trost hin zum Frieden führt“. „Was braucht ein
Mensch am Ende seines Lebens?“, fragte Elfriede Schick. Wenn die
Geschichte eines Menschen bekannt sei, falle es leichter, ihn zu
begleiten, berichtete sie. Mancher brauche das pulsierende Leben bis
zum Schluss, andere Gespräche und Austausch.
Eine
friedvolle Atmosphäre sei jedoch für jeden wichtig. „Ein Sterbender
braucht Menschen, die ihn gehen lassen und die ihn in guter Weise
begleiten“, so Schick.
Die
Referentin nahm auch Beispiele von Autoren auf, die ihren eigenen
Prozess der Krankheit bis hin zum bevorstehenden Tod
veröffentlichten. „Durch die Pforte des Todes komme ich an mein
Lebensziel“, zitierte sie.
Zuhören Um zu spüren, was ein sterbender Mensch brauche, sei es
wichtig, über eigene Vorstellungen nachzudenken und sie vielleicht
zu korrigieren. Die Hilfe bekomme der sterbende Mensch, indem der
Begleiter ganz präsent sei „im Reden und Zuhören, auch im Schweigen
und Mitleiden“. Aktivität und Ablenkung drücke oftmals eigene
Unsicherheit aus. Der Sterbende brauche jedoch Ruhe. „Er bereitet
sich auf eine lange Reise vor“ erklärte die ehemalige Seelsorgerin.
Auch
die Frage: „Was will ich, wenn es einmal so weit ist?“, sollte nicht
verdrängt werden. Am Schluss des Abends blieb Zeit für Fragen und
Gespräche.
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